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Donnerstag, 3. Januar 2013

Nachgeholt: Cowboys & Aliens

Bild: Paramount Pictures
Den Film "Cowboys & Aliens" habe ich mir auf DVD zugelegt - als Belohnung für den erfolgreich abgeschlossenen NaNoWriMo 2012 (andere Geschichte).

Worum geht es? Ihr kommt nie drauf: um Cowboys und Aliens. Ja wirklich. Endlich mal ein Film, dessen Titel absolut hält, was er verspricht und noch eine Horde kampfwütiger Indianer oben drauf legt. Der Regisseur Jon Favreau, auch bekannt durch seine Iron-Man-Verfilmungen mit Robert Downey Jr., hat hier zwei Genres vermischt, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Mehr Crossover geht nicht.

In dem Film werden die Bewohner der abgehalfterten Goldgräbersiedlung Absolution irgendwo im wilden Westen der USA irgendwann Ende des 19. Jahrhunderts von bösartigen, unheimlichen Wesen in fliegenden Geräten angegriffen, die ihre Angehörigen entführen. Zunächst hält man die Fremden für Dämonen, denn mit den Begriffen Alien oder Außerirdischer konnte damals niemand etwas anfangen. Zur gleichen Zeit trifft Jake Lonagan in Absolution ein, nachdem er ohne Erinnerung daran, wer er ist und woher er kommt, mitten in der Prärie aufgewacht ist. Nur das seltsame Armband an seinem linken Handgelenk, das er nicht mehr abkriegt, gibt ihm einen Hinweis. Als es sich als die einzige effiziente Waffe entpuppt, die die Menschen gegen die Aliens einsetzen können, erkennt er, dass es zwischen ihm und diesen Wesen eine unheimliche Verbindung gibt und langsam kehrt die Erinnerung zurück.

Der Hauptdarsteller ist Daniel Craig, den meisten als James Bond bekannt. Er macht auch hier seine Sache sehr gut, ich als Zuschauerin leide mit ihm, wenn er sich an die schrecklichen Ereignisse erinnert, die dazu führten, dass er die Frau verliert, die er geliebt hat. Und Craig macht in Cowboy-Klamotten eine wahnsinnig gute Figur. Mein lieber Scholli. Zeitweise erinnert er an den jungen Clint Eastwood, der den wortkargen Fremden in den Spaghettiwestern zur Ikone gemacht hat. Sein Gegenspieler, der im Lauf der Geschichte zum Verbündeten wird, ist der gnadenlose Rinderbaron Dolarhyde, dargestellt von Harrison Ford, der als alter Kriegsheld und unbarmherziger Boss extrem gut rüberkommt. Olivia Wilde, den meisten aus der TV-Serie "Dr. House" bekannt, spielt die mysteriöse Ella, die mehr über die Aliens weiß, als sie zunächst zugibt und ein ganz eigenes Interesse daran hat, ihnen den Kampf anzusagen. In weiteren Nebenrollen glänzen unter anderem Sam Rockwell und Clancy Brown.

Der Film startet als beinharter Western im fast schon klassischen Stil und greift all jene Klischees auf, die das Genre prägen. Sämtliche Stereotypen, die wir aus so ziemlich jedem Western kennen, gibt es auch in Absolution. Doch als die Aliens angreifen, ihre Väter, Frauen und Söhne entführen, kommt die SciFi-Note hinzu, die Charaktere werden mit ungeahnten Konflikten konfrontiert, an denen sie wahlweise scheitern oder wachsen. Die Action entwickelt sich rasant. Verfolgungsjagden zwischen Pferden und Raumschiffen, Faustkämpfe zwischen Menschen und Aliens, Schießereien, bei denen die klassische Flinte auf die außerirdische Laserkanone trifft.

Ohne CGI geht auch hier nix, aber die Effekte sind glaubwürdig und natürlich in den Film eingebaut, ohne aufgesetzt zu wirken. Die Aliens sehen sehr hässlich aus und erinnern mit einigen Features durchaus an Ridley Scotts berühmtes HR-Giger-Alien. Die Viecher sind schnell, größer als Menschen und auch um einiges stärker. Sie haben sogar einen Grund, warum sie ausgerechnet im wilden Westen zu jener Zeit gelandet sind. Sie haben es aufs Gold abgesehen und bauen es mit ihrem gigantischen in die Erde getriebenen Raumschiff ab. Die Menschen, die sie entführen, dienen nur nebensächlich Forschungszwecken. In erster Linie scheinen sie den Aliens einfach nur gut zu schmecken. Uärgs.

Was mir noch gut gefiel, war der Soundtrack, der war wirklich sehr, sehr schön und passte perfekt zum Film.

Ich gebe diesem gelungenen Western-SciFi-Crossover-Machwerk 4 von 5 Goldnuggets!

Cowboys & Aliens auf Facebook

Mehr Infos auf IMDB.com

Montag, 19. November 2012

Nachgeholt: Snow White & The Huntsman

Ich habe mir vor kurzem die Schneewittchen-Neuinterpretation auf DVD geholt und sie vor ein paar Tagen endlich angeschaut. Naja, was soll ich sagen? So ganz überzeugt bin ich nicht.

Ich fange vielleicht mal mit den Dingen an, die ich an diesem Film gut fand:

Ein Huntsman und sieben Zwerge
Bild: http://www.snowwhiteandthehuntsman.com/
Großartig ist Chris Hemsworth als der Huntsman. Ein Klasse Kerl, der auch völlig verdreckt noch sexy ist, der mit seiner Riesenaxt bestens umzugehen weiß und das Herz am rechten Fleck trägt. Außerdem wurde um seinen Charakter eine schöne Vorgeschichte gestrickt, die erklärt, warum er ist, wie er ist. Ich muss gestehen, ich habe den Film eigentlich nur seinetwegen angeschaut.
Charlize Theron als böse Königin Ravenna war wunderbar. Sie ist eine außergewöhnlich schöne Frau, der man gleichzeitig den bösen verdorbenen Charakter voll abnimmt. Sie trägt die tollsten Outfits und spielt die böse Königin mit perfekter Durchtriebenheit und mit Stolz. Auch hier fand ich schön, dass es eine Vorgeschichte gibt, die andeutet, was mit Ravenna in ihrer Kindheit passiert ist, dass am Ende diese böse Zauberin aus ihr wurde.
Interessant fand ich auch den Charakter des Bruders der bösen Königin. Der war so eine gebrochene Seele und zeitweise empfand ich Mitleid mit ihm, obwohl er doch eigentlich einer von den Bösen war. Und so richtig wurde mir nicht klar, welche Rolle er nun eigentlich spielte. Er war leider nur der Handlanger von Ravenna, jedoch kaum mehr.
Die Special Effects waren insgesamt recht gut, nur bei der Szene mit dem Troll, oder was das fürn Wesen an der Brücke war, merkte ich sofort, dass der Huntsman mit Luft kämpft und das Trollviech im Nachhinein in die Szene eingebaut wurde.

Ravenna auf dem Thron
Bild: http://www.snowwhiteandthehuntsman.com/
So. Nun zu den Dingen, die weniger gut gelungen sind:

Schwachstelle Nummer 1 ist für mich die Hauptdarstellerin. Kristen Stewart spielt Snow White mit demselben weltentrückten Gesichtsausdruck und diesen flehenden Augen wie in Twilight. Der Spiegel prophezeit der wirklich megatoll aussehenden Königin, dass ausgerechnet diese blasse, dünne Person mit den Segelohren und Stockbeinchen das wunderschönste Mädchen auf der Welt sein soll. Also da wäre ich auch beleidigt gewesen an Ravennas Stelle! Das war jedenfalls schon einmal sehr unglaubwürdig. Dann fand ich die Stewart auch schauspielerisch nicht so umwerfend. Sie spielte die Rolle ganz okay, aber nicht wirklich gut oder gar überragend. Besonders am Ende, wenn sie in dieser Rüstung steckt und einen auf Amazone macht, sieht sie aus, als würde sie sich gar nicht wohl fühlen in ihrer Rolle.
Schwachstelle Nummer 2: William, dargestellt von Sam Claflin. Er ist Snow Whites bester Freund aus Kindertagen, der immer noch in sie verknallt ist und einiges auf sich nimmt, um sie zu retten. Dabei hat sie seine Hilfe eigentlich gar nicht nötig, denn sie hat ja schon Chris Hemsworth, der sie beschützt. :-) Warum wurde der im Film eingebaut? Er war ja nicht mal derjenige, der sie aus diesem Apfelkoma wachküsst - das hat auch noch der Huntsman erledigt.

Überhaupt diese aufkeimende Dreiecksgeschichte zwischen Snow White, William und dem Huntsman - meine Schwachstelle Nummer 3. Diese Menage à trois wird ja eigentlich nur angedeutet, und es gibt auch keine Auflösung am Ende des Films, so als hofften die Macher, dass da noch eine Fortsetzung gedreht werden könnte (es wird tatsächlich ein Sequel gedreht - gruselig, nicht wahr?). Das hat mich so an Twilight erinnert. Ständig hängen die Charaktere, die Kristen Stewart spielt, zwischen zwei Typen. Doof. Aber ansonsten kam die Romantik und die Liebe in diesem Film, der doch eigentlich auf einem recht romantischen Märchen basiert, viel zu kurz, finde ich.
Schwachstelle Nummer 4 verteilt sich über den gesamten Film: Die Längen. Davon gibt es einige im Film. Den hätte man an vielen Stellen noch kürzen und straffen können, um die Spannung zu erhöhen, denn die sackte nach gut gemachten Actionszenen schnell wieder in den Keller. So einen richtigen Höhepunkt gab es im Prinzip auch gar nicht.

Snow White zähmt den Troll
Bild: http://www.snowwhiteandthehuntsman.com/
Schwachstelle Nummer 5: Ein Haufen Fabelwesen. Da kamen Feen vor, Trolle, ein Hirsch mit Megageweih und weiß-der-Geier was noch alles. Aber so eine richtige Funktion im Sinne, dass sie die Handlung vorantrieben, hatten sie alle nicht. Hätte man weglassen können. Stattdessen spielen die für das Originalmärchen so wichtigen sieben Zwerge nur eine Nebenrolle, die für kaum mehr als unlustige Scherze und ein bisschen Pseudo-Märchenwaldphilosophie herhalten dürfen.

Letzte Schwachstelle (Nummer 6) ist für mich die Sache mit dem Apfel. Da schickt die böse Königin erstmal scharenweise Soldaten und ihren eigenen Bruder ins Verderben, um Snow White zurückzuholen und geht dann plötzlich höchstpersönlich los? Und dann klappt das auch noch fast? Warum nicht gleich so? Das war mir nicht plausibel.

Ich höre an dieser Stelle mal auf, ich könnte sonst noch weiter meckern, aber ich habe keine Zeit :-)

Fazit:
Ein netter Fantasyfilm, der aber seine Längen hat, zu vollgestopft wurde mit überflüssigen Gimmicks und schon deshalb nicht auf ganzer Strecke überzeugt. Eine Fortsetzung brauche ich persönlich davon nicht.
Zweieinhalb von fünf Äpfeln (und zwei davon nur für Chris Hemsworth)!

Snow White ate the apple
Foto: http://www.snowwhiteandthehuntsman.com/


Donnerstag, 25. Oktober 2012

Melancholia - So schön kann der Weltuntergang sein

Wer schon einmal einen Film von Lars von Trier gesehen hat, weiß, worauf er sich einlässt. Für mich war "Melancholia" aus dem Jahr 2011 der erste Film des dänischen Dogma-Regisseurs. Ich hatte aber eine Ahnung und konnte mir denken, dass ich mir ziemlich schwere Kost ausgesucht habe.

Darum geht es:
Hinter der Sonne hat sich ein kleiner Planet namens Melancholia versteckt, der sich nun auf Kollisionskurs mit der Erde befindet. Das Ende der Welt steht unmittelbar bevor. Vor diesem Hintergrund wird die Geschichte zweier Schwestern erzählt. Claire ist die vernünftige, familienorientierte, verantwortungsbewusste. Justine ist die charakterlich scheinbar Schwächere, die unter schweren Depressionen leidet. Justine heiratet am Anfang der Geschichte, die Hochzeit wird auf dem vornehmen Anwesen von Claire und ihrem Mann John gefeiert. Noch während der Feier fällt Justine zunehmend in ein tiefes Loch, möchte vor ihrer eigenen Hochzeit fliehen, stößt ihren frischgetrauten Ehemann vor den Kopf und bringt die Ehe zum Scheitern, noch bevor die Nacht vorbei ist. Im zweiten Teil des Films flieht die völlig am Boden zerstörte Justine in Claires Reich und schafft es, sich wieder zu fangen und eine Art neuen Lebensmut zu schöpfen, obwohl sie wie keine andere Person den unausweichlichen Weltuntergang vor Augen hat. Am Ende ist sie es, die der angsterfüllten Claire und deren verstörtem Sohn den letzten Trost spendet.

Pros und Contras:
Der Film ist in wunderschönen Bildern fotografiert. Die Anfangssequenz besteht nur aus in extrem langsamer Zeitlupe gehaltenen Momentaufnahmen, unterlegt mit klassischer, sehr dramatischer Musik. Kirsten Dunst spielt die schöne, zerbrechliche Justine mit großartiger Intensität. Sie strahlt und dominiert jede Szene, in der sie auftritt. Die Riege der Nebendarsteller wurde hochkarätig besetzt, unter anderem mit Kiefer Sutherland, Charlotte Gainsbourg und John Hurt. Die Location ist wunderschön in Szene gesetzt.
Anstrengend ist die Länge, in die viele Szenen gezogen wurden. In vielen Aufnahmen scheint sich nichts zu bewegen, die Protagonisten starren gedankenverloren in den Himmel. Auch die für Dogma-Filme typische verwackelte Handkameraführung, die bewusst amateurhaft draufhält und dadurch alles etwas authentischer wirken lassen soll, ist auf die Dauer anstrengend. Muss man mögen. Allerdings dominiert diese Art der Kameraführung nur den ersten Teil; der zweite Teil ist deutlich ruhiger.
"Melancholia" dauert gute zwei Stunden. Ich finde, das hätte man auch straffen können. Dennoch: Obwohl die erzählte Geschichte eigentlich aus nur ganz wenig Handlung, etwas Dialog mit viel Tiefgrund und vielen, bedeutungsschwangeren Blicken besteht, fesselte sie mich. Ich dachte die ganze Zeit: Irgendwie seltsam, aber ich muss wissen, wie das weitergeht. Und das, obwohl dem Zuschauer gleich in einer der ersten Aufnahmen der Anfangssequenz gezeigt wird, wie Melancholia die Erde trifft und zerstört und so das Ende vorwegnimmt. Die Kollision sieht dabei irritierenderweise so ästhetisch aus, dass ich dachte: So schön kann ein Weltuntergang sein.
Kritiker und Publikum liebten "Melancholia". Besonders Kirsten Dunst wurde mit Lobhudeleien für ihre Leistung überhäuft - zu Recht. Film, Regisseur und Darsteller wurden für etliche Preise nominiert und gewannen auch viele davon; so wurde Kirsten Dunst auf dem Filmfestival in Cannes, wo von Trier mit seinen Nazi-Anzüglichkeiten während einer Pressekonferenz für Aufregung sorgte, als beste Schauspielerin ausgezeichnet.

Fazit:
"Melancholia" lässt sich problemlos in die Riege der Weltuntergangsfilme einordnen. Trotzdem ist es kein typisches Desastermovie, denn nicht nur die Action fehlt. Das Ende der Welt spielt eine untergeordnete Rolle, es geht in erster Linie um die Beziehung zwischen Justine und Claire und um Justines "Reifung". In so mancher Internetdiskussion wurde die Behauptung in den Raum gestellt, bei Justine und Claire handele es sich um ein und dieselbe Person und die zwei Seiten ihres Charakters. Kann sein. In einem Film von Lars von Trier kann sowas durchaus sein.

Lieblingszitat:

"Die Welt ist schlecht. Wir müssen nicht um sie trauern." (Justine)

Ich gebe 4 von 5 melancholischen Planeten.

Freitag, 5. Oktober 2012

Sein Name ist Bond. James Bond.

James Bond ist ein weltweites Phänomen. Er ist Brite, er sieht gut aus, er ist clever und verdammt charmant. Er hat die Lizenz zum Töten. Er gewinnt am Ende jeden Kampf. Und natürlich kriegt er stets die heißesten Frauen ab. Einer, der bei beiden Geschlechtern gut ankommt. Die Männer wollen so sein wie er, die Frauen wollen, dass ihre Männer so sind wie er.

Quelle: totalfilm.com

Heute ist Global James Bond Day.

Warum? Weil vor genau 50 Jahren der allererste James-Bond-Film "James Bond jagt Dr. No" ins Kino kam. Seitdem wurden insgesamt 22 Filme über den coolsten Geheimagenten aller Zeiten gedreht. Der Ur-Bond ist Sean Connery, für viele bis heute der einzig wahre James Bond. Nach ihm kamen George Lazenby (die Eintagsfliege), Roger Moore (der Witzbold), Pierce Brosnan (der Dandy) und Daniel Craig (der Knallharte). Der Brite Craig war sehr umstritten, als bekannt wurde, dass er den neuen Bond spielt. Mittlerweile hat er aber Kritiker und Fans überzeugen können. Sein 007 ist definitiv der härteste Knochen in der Agentenriege.

IMDB.com hat eine Liste aller Bond-Filme veröffentlicht. Ich habe noch nicht alle gesehen, aber gerade die Filme mit Roger Moore kenne ich auswändig, denn die habe ich sehr oft als Kind geguckt und geliebt. Auch für mich ist und bleibt Sean Connery der "echte" James Bond; witzigerweise gefällt mir von ihm aber der nicht offizielle Teil "Sag niemals nie" am besten.

Bald kommt Film Nr. 23 in die Kinos. Er wird "Skyfall" heißen und Daniel Craig wird erneut als 007 antreten, die Welt zu retten. Nach ewiger Gerüchteküchenbrodelei wurde es vor kurzem offiziell bestätigt: Die britische Sängerin Adele wird den Titelsong zum neuesten Bond-Abenteuer "Skyfall" singen. Ich habe einen Link entdeckt, wo ihr euch den kompletten Song anhören könnt. Ich finde ihn Klasse. Er verarbeitet das bekannte Bond-Thema, ist sehr dramatisch und wird von Adeles toller Stimme veredelt. Ich liebe diesen Song schon nach einmal anhören.

Lauscht mal rein!


Freitag, 31. August 2012

Prometheus - Mehr als nur ein Alien-Prequel

Bild: http://www.projectprometheus.com/
Monatelang wurde der Plot von Ridley Scotts neuestem SciFi-Abenteuer streng geheim gehandelt und im Internet kursierten jede Menge Gerüchte darüber, worum es in "Prometheus" gehen würde. Der Trailer war schon früh veröffentlicht und versprach Spektakuläres. Dass es eine Art Prequel zu der Alien-Filmreihe sein würde, deren ersten Teil ebenfalls Ridley Scott gedreht hatte, war klar. Aber welche Fragen würden in diesem Film beantwortet werden? Wie würde er sich in den Kanon einfügen?
 
Darum geht es:
 
In der nahen Zukunft findet die Wissenschaftlerin Elizabeth Shaw mit ihrem Partner überall auf der Erde Artefakte bzw. uralte Malereien, die ihnen den Weg zu einem Sonnensystem weisen. Sie vermuten, dass sie dort auf die "Konstrukteure" treffen, die Aliens, die einst die Menschheit erschaffen haben.

Mit dem Raumschiff Prometheus und einer Crew aus Technikern und Wissenschaftlern fliegen sie los. Nach zwei Jahren im Tiefschlaf erreichen sie den Mond, auf dem sie Bauwerke entdecken, die auf die Konstrukteure hindeuten. In ihrem Inneren finden sie, wonach sie suchen: den 2000 Jahre alten Leichnam eines sehr humanoid wirkenden Außerirdischen. Allerdings ist nicht alles tot in den höhlenartigen Gängen und bei den pyramidenförmigen Bauwerken handelt es sich auch nicht um Tempel, sondern um verborgene Raumschiffe, die immer noch betriebstüchtig sind und eine tödliche Fracht transportieren. Ihr Ziel: die Erde.

Ich habe mir den Film in der vergangenen Woche endlich selbst angeschaut. Die vielen Kritiken darüber, wie unausgegoren dieser Film sei, teile ich ganz und gar nicht. Ich betrachte "Prometheus" auch nicht so sehr als ein Prequel von Alien. Diese Sichtweise hilft ungemein, den Film zu mögen und in das darin beschriebene Universum einzutauchen.
 
Design und Setting sind atemberaubend. Die fremde Welt wirkt feindlich und mysteriös und lässt den Zuschauer spüren, wie fremdartig und gefährlich sie ist. Die Alien-Kreaturen lassen nicht lange auf sich warten, wobei man hier trotz der "Alien"-Prequel-Vorgabe nicht gleich die bekannten Viecher mit doppeltem Maul und Säure statt Blut erwarten darf. Die ersten Außerirdischen sind mikroskopisch klein, dann kommen welche in Schlangenform und -größe, das schlimmste ist ein krakenartiges Ding mit Tentakeln und Mäulern, das einer Lovecraft-Geschichte entsprungen sein könnte. Auch die humanoiden Aliens, die angeblich unsere Konstrukteure sind, treten persönlich auf - mehr oder weniger. Und ganz zum Schluss erleben wir dann die Geburt der Alienrasse, die Sigourney Weaver alias Ripley das Leben so schwer gemacht hat.
Von den Schauspielern fand ich Nomi Rapace als Elizabeth Shaw sehr überzeugend - der nehme ich die Kämpfernatur und den unbändigen Überlebenswillen voll ab. Das andere Highlight war Michael Fassbender als der Android David. Androiden mit zwielichtigen Absichten haben in den Alien-Filmen immer schon eine Schlüsselrolle gespielt. Das war hier nicht anders. Und Fassbender bringt das gefühlslose, berechnende und gleichzeitig äußerlich freundliche künstliche Menschwesen sehr überzeugend rüber. Charlize Theron als schlechtgelaunte Kapitänin war auch sehr cool. Meine Lieblingsszene war zugleich eine der krassesten Szenen des ganzen Films - eine Alienabtreibung mit Hilfe eines sogenannten MedPods, eines vollautomatischen Chirurgie-Roboters. Alter Schwede!

Ja, der Film wurde von manchem Kritiker zerrissen und hat längst nicht die Einspielergebnisse geliefert, die man von ihm erwartet hatte. Meine Erwartungen hingegen wurden voll erfüllt. Ich fand "Prometheus" spannend, gut besetzt, wunderschön fotografiert und mit einem Klasse Ende ausgestattet, das den Weg zu einer neuen Weltallsaga ebnet.

Ich würde diesem Film 4 von 5 Sternen geben.
P.S. Die offizielle Website ist übrigens richtig toll gemacht in dem Stil, als existiere die Firma Weyland Corporation wirklich. Surftipp!

Dienstag, 17. Juli 2012

Rezension: Ice Age 4 - Voll verschoben

Witzigerweise ist der vierte Teil der Eiszeit-Saga erst am vergangenen Wochenende in den USA gestartet, während er hier bei uns schon seit zwei Wochen läuft. Dafür hat Ice Age 4 - Continental Drift direkt den amerikanischen Box-Office-Thron erobert und darf sich zugleich über mehrheitlich positive Kritiken freuen.
Foto: Twentieth Century Fox Film Corporation


Auch ich fand den Film wieder herrlich! Am Wochenende war ich mit meinen Kindern drin, und sie waren ganz aufgeregt, weil es für sie ihr erster Kinofilm in 3D "mit den komischen Brillen" war. Übrigens: Wir waren im Cinemaxx und das hat 3D-Brillen in Kindergröße, was ich sehr angenehm fand. Im Cinemaxx gab es zu allem Überfluss auch noch ein Kids-Menü im Ice-Age-Style, das aus einer großen Box Popcorn, einem Softdrink im 0,75-Liter-Becher zum Wiederverwenden, einer Figur aus dem Film zum Sammeln und einem kleinen passend bedruckten Fußball bestand. Diese Box kostete dann aber auch gleich 9,50 EUR. Natürlich musste ich sie kaufen, und zwar doppelt für meine zwei kleinen Begleiter, die das total cool fanden.

Aber nun zum Film! Worum geht es in Teil 4? Aaaalso: Mammut Manfred und seine Frau Elli führen ein ruhiges Leben. Ihre Sorge gilt Tochter Peaches, die am Ende von Teil 3 das Licht der Welt erblickte und hier nun als Halbwüchsige die typischen Probleme eines Teenagers durchlebt. Doch dann passiert die Katastrophe: Ganze Kontinente fangen an, sich zu verschieben und auch die Landmasse, auf der Manni, Sid, Diego & Co. leben, ist davon betroffen. Schuld an dem großen "Continental Drift" ist übrigens Scrat, das durchgeknallte Urzeiteichhörnchen, das wie immer auf der Jagd nach seiner Nuss ist.

Foto: Ich :-)
Jedenfalls verschlägt es Manni, Sid und Diego sowie Sids schrullige Oma, einen der neuen Charaktere im Film, auf eine vom Land abgetrennte Eisscholle, die ins offene Meer hinaustreibt. Der Film erzählt nun, welche Gefahren die Freunde überwinden müssen, um wieder zu ihren Lieben zurück zu finden und was Elli, Peaches und die anderen Tiere an Land erleben, während sie vor dem anrückenden Hochplateau flüchten.

Wir machen Bekanntschaft mit der wilden Piratenbande um den fiesen Captain Utan, einen Urzeitaffen, wir erleben, wie Peaches den Unterschied zwischen Oberflächlichkeit und wahrer Freundschaft lernt, wir lachen uns tot über Sids Oma und deren unglaubliches Haustier Precious und wir dürfen uns für Säbelzahntiger Diego freuen, der nun endlich auch eine attraktive, ebenbürtige Partnerin findet. Selbstverständlich erleben wir auch wieder die total abgefahrenen Abenteuer von Einzelgänger Scrat - zum Schreien komisch!

Der Film ist schnell, sehr witzig, voller Action und lustiger, schräger Charaktere. Die kleinen Hamsterviecher auf der abgelegenen Insel sind zum Niederknien süß und sorgen vor dem Kampf gegen die Piraten für eine der besten Filmparodien seit langem - Freunde von Ritter- und Mittelalterfilmen werden sofort erkennen, welches Werk hier verschaukelt wird. ;-)

Ich kann euch Ice Age 4 nur empfehlen, denn dem Charme und Humor seiner Vorgänger steht er in nichts nach.


Freitag, 15. Juni 2012

Dark Shadows

Bildquelle: imdb.com

Ich bin neulich spontan ins Kino gegangen und habe mich für Tim Burtons Dark Shadows mit Johnny Depp entschieden.

Und nun bin ich hin und hergerissen. Meine Erwartungen an diesen Film waren ziemlich hoch. Ich meine: Burton + Depp + Grusel = Genial. Zumindest war das doch sonst immer so. Und der Trailer war ja auch so vielversprechend.


Aber der Film hat leider nur mäßig gehalten, was er versprochen hat. Johnny Depp als skurriler Blutsauger aus einer anderen Zeit wirkte an etlichen Stellen entweder zu albern oder zu wenig authentisch auf mich. Eher zu bemüht. Eva Green als seine hexenhafte Gegenspielerin sah oft nicht böse genug aus bzw. wirkte nicht böse genug. Ihre innere Zerrissenheit, weil sie das alles doch nur getan hat, weil sie Barnabas so sehr begehrt, kommt erst am Ende rüber, als klar ist, wer den Endkampf gewinnt.

Barnabas Familie wird zwar von allen Beteiligten recht ordentlich dargestellt und die komischen Kameraeinstellungen helfen sehr, die bizarre Situation zu unterstreichen. Aber so richtig ins Herz schließen konnte ich keinen von ihnen, nicht mal den kleinen David, der doch eigentlich ein süßer Junge ist. Und dann entpuppt sich eines der Familienmitglieder am Ende noch als Werwolf. Das fand ich dann richtig überflüssig und es hat der Handlung auch nicht genutzt, die hätte auch ohne dieses Gimmick auskommen können. Überhaupt, die Handlung. Die hätte ruhig turbulenter, schneller sein können. Sie verlief aber an vielen Stellen zu lahm und zögerlich.


Ich will nicht verschweigen, dass ich auch an einigen Stellen schmunzeln musste. Da gab es schon ein paar schöne komische Situationen und One-Liner und Depps Gesichtsausdruck war schon auch irgendwie bekloppt-lustig. Bisschen Blut, Grusel und Geister kommen auch vor und werden recht effektvoll in Szene gesetzt.

Nur leider habe ich das Gefühl, dass der Regisseur nicht mit dem Herzen dabei war. Selbst die über den Tod hinaus währende Liebesgeschichte zwischen Barnabas und Viktoria/Josette fühlte sich nicht echt an. Dass ich mit meinen persönlichen Eindrücken nicht alleine dastehe, zeigen zum Beispiel auch die Bewertungen und Rezensionen auf imdb.com.

Tja. Kann passieren. Einen einmaligen Ausrutscher verzeihe ich dem Burton-Depp-Gespann. Will hoffen, dass es bei diesem einen Patzer bleibt.

Stelldichein der Superhelden: Marvel's The Avengers

Bildquelle: imdb.com
Es ist schon wieder über einen Monat her, seit ich mich im Kino von diesem gigantischen Superheldenfilm beeindrucken ließ. Höchste Zeit, meine Eindrücke hier noch einmal festzuhalten.
In einem Satz: Marvel's The Avengers war schönstes Popcorn-Kino ganz nach meinem Geschmack!
Meine Befürchtung war ja, dass die ganzen Superhelden sich gegenseitig die Show stehlen. Regisseur Joss Whedon hat das aber ganz geschickt gelöst. Anfangs werden die verschiedenen Typen erstmal rekrutiert, mal mehr, mal weniger freiwillig. Wenn sie dann aufeinander treffen, kriegen sie sich in die Wolle, verhauen sich gegenseitig ordentlich und streiten wie trotzige Kindergartenkinder. Es muss dann erst die "Guten" so richtig in die Breitseite treffen, damit sie sich endlich zusammenraufen und lernen, zusammenzuarbeiten.

Jeder Held kriegt seinen persönlichen Auftritt, wobei natürlich jemand wie der vorlaute Iron Man oder der gigantische Hulk mehr auffällt. Den meiner Meinung nach spektakulärsten Erstauftritt im Film hatte ja mein Lieblingsavenger Thor. Springt mal eben auf ein fliegendes Flugzeug, schnappt seinen bösen Stiefbruder Loki und verschwindet durch die offene Ladeklappe im freien Fall, ohne auch nur ein Wort zu verlieren. Tja, so etwas können eben nur Superhelden. Es gibt spannende Zweikämpfe, eine Alieninvasion, die sich gewaschen hat, jede Menge cooler Sprüche und es geht verdammt viel kaputt. Findige Experten hatten nachgerechnet, wie viel Geld es gekostet hätte, Manhattan wieder aufzubauen, hätte die Schlacht der Avengers gegen die Aliens in unserer realen Welt stattgefunden: 160 Milliarden Dollar wären nötig gewesen. Wer wohl die Rechnung gekriegt hätte? S.H.I.E.L.D. Boss Nick Fury? Tony Stark? Oder aufgeteilt auf alle Avengers?

Bildquelle: geektyrant.com
Wer noch gucken gehen mag (in vielen Kinos läuft er immer noch), der möge sich die Zeit nehmen und den Abspann anschauen, denn danach gibt es noch eine kurze Szene, die auf die Fortsetzung hindeutet.

Überhaupt: der Grundstein für eine erfolgreiche Superhelden-Filmreihe ist definitiv gelegt. Ein noch nicht allzu aussagekräftiger Eintrag existiert jedenfalls schon in der Datenbank von imdb.com. Nicht nur die Schauspieler, auch der Regisseur Joss Whedon sollen dem Marvel-Universum erhalten bleiben. Die Gerüchteküche brodelt und diskutiert unter anderem, ob im nächsten Avengers-Film auch Spiderman mit von der Partie sein wird. Möglich wäre das, und darüberhinaus tummeln sich noch eine Menge anderer interessanter Superhelden im Marvel-Universum, die bestimmt gern das Team von Iron Man, Hulk und Co. verstärken würden.

Die Wartezeit können sich Fans zum Beispiel mit dem Sammeln sehr detailgetreu gestalteter Actionfiguren versüßen. Oder sie schauen sich bis dahin eines der Einzelabenteuer von ihren Lieblingshelden an, zum Beispiel den dritten Iron Man Film, der derzeit gedreht wird.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Nachgeholt: Inglourious Basterds

Es gibt eine Menge Filme, die ich noch nicht kenne, weil ich sie im Kino verpasst habe und zu bequem war, sie mir auf anderem Wege zu beschaffen. Dann laufen sie endlich im Fernsehen, und ich hole sie nach. Da bleibe ich auch gern länger wach und verzichte auf Schlaf. So geschehen gestern Nacht am 01. Mai. Das extra lange Wachbleiben hat sich voll gelohnt, denn auf RTL lief Inglourious Basterds. Was für ein geiler Film!

Für mich ist dies einer der besten Filme, die Quentin Tarantino bisher gemacht hat. Das Darsteller-Ensemble war große Klasse, von Brad Pitt über Daniel Brühl, Diane Kruger, Til Schweiger, Eli Roth bis zum genialen Christoph Waltz, der den Oscar völlig verdient gewonnen hat.

Die Story selbst war irrwitzig, um es mit einem Wort zu beschreiben.

Kurze Inhaltsangabe (mit leichten Spoilern):
Während des zweiten Weltkriegs will sich die SS-Elite inklusive Führer in einem kleinen Pariser Kino bei der Weltpremiere ihres neuesten Propaganda-Streifens "Stolz der Nation" feiern. Davon kriegt auch die Guerilla-Truppe der Basterds Wind, die den Auftrag erhalten, während der Vorführung den Laden in die Luft zu jagen und den Krieg damit auf einen Schlag zu beenden. Die Basterds sind eine Gruppe von gnadenlosen jüdisch-amerikanischen Nazijägern, die ihre Opfer skalpieren. Sie werden angeführt von dem Halbindianer (!) Aldo Rain, gespielt von Brad Pitt, der mit seinem Schnauzer schön fies aussieht (ich finde ja, Pitt ist immer dann am besten, wenn seine Filmfiguren Scheiße aussehen, hihi).
Die Kinobesitzerin Shozanna hat ihre eigene Rechnung mit den Nazis zu begleichen, war Hans "Judenjäger" Landa (Waltz) doch für das Massaker an ihrer Familie verantwortlich, das sie als Einzige überlebte. Sie will ihr Kino mitsamt allen Gästen anzünden. Beide Pläne laufen parallel und keine der Parteien weiß voneinander.
Auf dem Weg zum großen Finale läuft einiges schief, doch am Ende fügt sich alles perfekt ineinander. Ich verrate jetzt einfach mal, dass der Plan irgendwie doch aufgeht und dass Hans Landa eine bitterböse Abreibung erhält.

Ich persönlich saß am Ende mit aufgerissenem Mund vor meinem Fernseher und staunte und freute mich zugleich über dieses abgefahrene Finale im brennenden Kinosaal! Die ganze Machart fand ich wieder genial. Musik, die an die großen alten Western erinnert, kurze Rückblenden, um das Gesagte aus dem Off zu verstärken (fand ich besonders Klasse bei der Einführung von Til Schweigers Charakter), kurz angehaltene Bilder, um die Namen der Protagonisten effekthascherisch einzublenden und in vielen Szenen eine gewisse Portion übertriebener Gesten und Gesichtsausdrücke, die aber nie fehl am Platze wirken. Eben ein richtiger Tarantino-Streifen.

Welche Szene mich aber am meisten umgehauen hat, war die Eröffnungssequenz, in der Christoph Waltz einen französischen Milchbauern besucht und ihn auf diabolisch-gerissene Art über den Verbleib einer jüdischen Nachbarfamilie verhört.

Ganz großes Kino. Gibt von mir 5 von 5 frischen Skalps.

(Bild: imdb.com)

Dienstag, 17. April 2012

Ausblick: The Odd Life of Timothy Green

Jennifer Garner feiert heute ihren 40. Geburtstag. Da gratuliere ich doch mal an dieser Stelle herzlich.
Aus diesem Anlass schaute ich einmal nach, was denn bei der Alias-Agentin eigentlich aktuell so los ist.
Man kann so sagen: In den letzten Jahren war es etwas ruhig um sie geworden. Seit 2005 ist sie ja mit Ben Affleck, ihrem Filmpartner aus Daredevil, verheiratet und hat mit ihm drei Kinder. Ich könnte verstehen, wenn sie dem Familienglück den Vorrang gegeben hat und deshalb weniger aktiv im Filmgeschäft war. Aber sie kommt wieder, und zwar mit einem sehr interessant klingenden neuen Filmprojekt.
Schauen wir kurz zurück:
Jennifer Garner wurde also vor 40 Jahren in Houston geboren. Sie wuchs in Charleston, West Virginia, auf. Jahrelang trainierte sie als Kind Ballett. Ihr Vater arbeitete als Chemiker. Vielleicht hat sie deshalb erst einmal ein Chemiestudium begonnen, das sie dann aber zu Gunsten der Schauspielerei aufgab.
Ihren Durchbruch als international gefeierter Star hatte sie in der Rolle der CIA-Agentin Sydney Bristow in der erfolgreichen TV-Serie Alias - Die Agentin, die auch hierzulande sehr gut lief, mir persönlich aber immer etwas zu ernst war. Für diese Rolle erhielt sie etliche Nominierungen, unter anderem mehrfach für den Emmy Award und den Golden Globe, den sie auch einmal gewann.
Ich mochte sie sehr in der Komödie "30 über Nacht". Da war sie auf natürliche Weise süß und sehr, sehr lustig. Sie kann aber auch ernst. Mir blieb sie als verzweifelte kinderlose Frau in Erinnerung, die das Baby der schwangeren Juno in der gleichnamigen Tragikomödie adoptieren wollte.
Im vergangenen Jahr drehte sie immerhin zwei Filme: die Komödie Butter über einen Butter-Bildhauer-Wettstreit (ja!) und die Komödie Arthur, in der Russell Brand gegen seinen Willen mit ihr verlobt wird.
Viel interessanter finde ich aber den Film, den sie zuletzt gedreht hat, und auf den will ich jetzt kommen. Der fertig gestellte Film, der im November 2012 in die deutschen Kinos kommen soll, heißt The Odd Life of Timothy Green und ist eine Mischung aus Komödie, Drama und Fantasy. Wieder einmal mimt Mrs. Garner eine Frau, die zusammen mit ihrem Mann so gern ein Kind haben möchte, aber keines kriegen kann. Die beiden schreiben alle Wünsche, die sie an ihr Traumkind haben, auf Zettel, tun sie in eine Box und vergraben diese im Garten hinterm Haus. Am nächsten Morgen finden sie einen mit Erde beschmierten Jungen vor, der sie als seine Eltern bezeichnet. Timothy ist aber weit mehr als nur ein ungewöhnliches Kind. Ist er die Erfüllung ihrer im Garten vergrabenen Wünsche?
Der Trailer kann zum Beispiel auf imdb.com angeschaut werden. Ich finde ihn sehr schön gemacht. Regie führt übrigens Peter Hedges, der seinerzeit das Drehbuch für den wundervollen Film Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa schrieb und auch für diesen Film das Drehbuch verfasst hat. Klar, es ist eine Disney Produktion, also müssen wir uns auf eine Menge Herzschmerz und wohl auch Kitsch gefasst machen. Aber die Grundidee klingt so märchenhaft und Jennifer Garner wirkt schon in den wenigen Augenblicken im Trailer mit ihrer Zerbrechlichkeit und Verzweiflung so authentisch, dass ich wirklich Lust darauf habe, diesen Film auch zu sehen.
Mehr Infos zum Film auf imdb.com und auf wikipedia.org.
(Bild: imdb.com)

Montag, 12. März 2012

DVD Review - "Cloverfield"

Im Jahr 2008 entstand unter der Regie von Matt Reeves ein Film, der das relativ junge Horrorfilmgenre namens „Found Footage“ auf eine ganz neue Ebene hob. Bei Found-Footage-Filmen ist die Prämisse stets dieselbe: Eine Zeit nach den im Film gezeigten Ereignissen wird privates Filmmaterial gefunden, das diese Ereignisse auf äußerst verwackelte, beinahe dilettantische Weise dokumentiert und von Personen gefilmt wurde, die das Ganze aus der ersten Reihe miterlebt und oft genug nicht überlebt haben. Berühmtes Beispiel hierfür ist einer der ersten Filme dieses Genres, „Blairwitch Project“.
Bei „Cloverfield“ nun handelt es sich um Monsterhorror erster Klasse. Die Handlung lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Fünf junge Menschen erleben während einer Party in Manhattan, wie nachts ein gigantisches Ungetüm dem Meer entsteigt und die Stadt New York auseinandernimmt. Sie filmen alles mit ihrer Digitalkamera, die sie fast die ganze Zeit mitlaufen lassen, während sie im allgemeinen Chaos versuchen, von der Großstadtinsel zu entkommen.
Wenn man erst einmal akzeptiert, dass der „Kameramann“ Hud tatsächlich die Nerven hat, permanent mitzufilmen, egal, ob er gerade von einer einstürzenden Brücke flieht, in einem U-Bahn-Tunnel von fiesen Kreaturen angegriffen wird oder in einer der Highlight-Szenen des Films dem Monster persönlich in die Augen schaut, macht der Film einfach großen Spaß und lässt das Ganze wirklich sehr echt wirken.
Die Schauspieler wirken so, als hätten sie kein richtiges Wort-für-Wort-Drehbuch gehabt, sondern nur ungefähre Anweisungen für die einzelnen Szenen, damit sie dann die Dialoge improvisieren konnten. Die Kamera wackelt und ruckelt und springt zwischendurch auch mal zu ruhigen Szenen zwischen Hauptdarsteller Rob und seiner Ex-Flamme Beth, die zuvor mit dieser Kamera aufgenommen worden sind. Das macht nervös und es fällt dem Zuschauer teilweise doch schwer, dem Bild zu folgen, doch dadurch wirkt alles noch viel lebensechter und beklemmender.
Einige Szenen erinnern auf gespenstische Weise an die Ereignisse des 11. Septembers 2001, etwa wenn sich die überraschten Partygäste in einen Laden flüchten, während draußen dichte Wolken aus Staub und Trümmern vorbeirauschen.
Eines meiner persönlichen Highlights passiert gleich in den ersten Szenen, wenn der Terror losgeht: Das Monster reißt der Freiheitsstatue den Kopf ab und schleudert ihn einmal quer durch die Straßenschluchten, wo er direkt vor den Augen der entsetzten Zeugen zu liegen kommt. Kaum zu glauben, dass dieser Kopf im Nachhinein digital hineinmontiert wurde.
Die besondere Perspektive, die zum Erzählen der Geschichte gewählt wurde, hat ihre Nachteile. Es bleiben viele Fragen offen. So erfährt man an keiner Stelle des Films, woher das Monster kommt, was es ist und ob es eine Möglichkeit gibt, es zu vernichten. Selbst die Soldaten, mit denen die Hauptfiguren irgendwann zusammentreffen, sind ratlos und können nur zugeben, dass sie keine Ahnung haben, wie sie es besiegen sollen. Doch eigentlich stören diese Punkte nicht sehr, sie fördern das Gefühl des Zuschauers, auf gewisse Weise mittendrin zu sein.
Ich mag diesen Film auch deshalb so sehr, weil er ein fieses Ende hat. Nicht alle Protagonisten überleben bis zum Ende und selbst bei den Überlebenden fragt man sich, ob und wie lange sie es wohl noch geschafft haben werden. Was „Cloverfield“ darüber hinaus so großartig macht, ist sein Monster. Ich habe noch nie ein hässlicheres Monster in dieser Größe in einem Monsterfilm gesehen. Über den gesamten Film wird es immer nur in Ausschnitten gezeigt oder in besonders verwackelten Szenen angedeutet. Erst gegen Ende gibt es besagte Szene, in der Kameramann Hud dem Monster seine Kamera direkt in die abscheuliche Visage hält, bevor er… naja.
Ich habe mir den Film auf DVD in einer wunderschönen Metallbox mit Reliefcover geholt. In den relativ üppig ausgefallenen Extras erfährt man einiges über die Entstehung des Films, des Monsters und der Wirkung von viralem Marketing. „Cloverfield“ ist einer jener Filme, die schon während ihres Entstehens einen wahren Hype im Internet ausgelöst haben. Zu verdanken ist dies auch Produzent J.J. Abrams, dem Schöpfer von „Lost“ und Regisseur von „Super 8“. Abrams liebt es einfach, durch gezielt gestreute Informationen und Fehlinformationen die Fans anzuheizen und sie zu den abenteuerlichsten Mutmaßungen über die tatsächliche Story des Films zu verleiten.
„Cloverfield“ hat auf imdb.com für einen Monsterhorrorfilm eine erstaunlich gute Wertung von derzeit 7.3 (von 10) erhalten. Ich persönlich habe ihm sogar eine 9.0 gegeben. Der Film wurde auch für verschiedene Preise nominiert und hat unter anderem den „Saturn Award“ als bester Science Fiction Film 2008 gewonnen.
Weil so viele Fragen am Ende des Films offen blieben, hat man wohl erkannt, dass genug gutes Material für eine Fortsetzung vorhanden ist. Jedenfalls gibt es auf imdb.com bereits einen Eintrag unter „Untitled Cloverfield Sequel“, bei dem wieder Matt Reeves als Regisseur gesetzt ist. Mehr ist noch nicht bekannt. Ich werde das aber verfolgen, weil mich ein Sequel in diesem Fall definitiv interessiert.
(Bild: imdb.com)

Montag, 21. November 2011

Kurz zusammengefasst - Neulich auf Sky Cinema

Ich habe dank eines Unfalls einen fast zwei Wochen langen Aufenthalt im Krankenhaus verbringen "dürfen". Eines der wenigen guten Dinge an dieser ganzen Geschichte war der Umstand, dass die Patientenfernseher über Sky Cinema verfügten. Das habe ich als Filmfan voll ausgenutzt und so viele Filme gesehen, die ich noch nicht kannte, dass ich schon gar nicht mehr alle aufzählen kann. Ein paar Highlights habe ich heute für euch herausgesucht.



Cool, brutal, ein toller Gerard Butler, die Story erinnert streckenweise sehr an "Running Man" mit Arnold Schwarzenegger, aber sie ist sehr cool und temporeich in Szene gesetzt worden. Hinzu kommt, dass das in dem Film ebenfalls dargestellte Spiel "Society" extrem an Second Life erinnert - an die sexlastige, extreme Seite. Mit dem Unterschied, dass die Spieler keine virtuellen Avatare steuern, sondern echte Menschen, die ihr Geld damit verdienen, ihre Körper durch das Spiel steuern zu lassen und alles zu tun, was ihre durchgeknallten Steuereinheiten sie machen lassen.


Ich habe nun auch den Facebook-Film gesehen und ich fand ihn ganz gut. Jesse Eisenberg als Mark Zuckerberg ist perfekt. Ist Zuckerberg eigentlich so eine Art Autist, der mit menschlichen Gefühlen ein Problem hat? So kam er streckenweise im Film rüber. Als wenn ihm die menschlichen Seiten seines "Projektes" im Prinzip egal waren.


Also das war wieder so ein Hammer-Film ganz nach meinem Geschmack. Regie führte Robert Rodriguez und der Held wird von Danny Trejo dargestellt. Trejo ist so eine Art Latino-Ron-Perlman. Irgendwie hässlich, aber mit einem Talent und einer Ausstrahlung gesegnet, die es absolut glaubhaft erscheinen lassen, dass selbst so heiße Latino-Bräute wie Jessica Alba und Michelle Rodriguez, die beide wichtige Nebenrollen im Film bekleiden, auf ihn abfahren. Eine der besten Szenen ist das Finale, in dem jeder auf jeden ballert und alle dabei so dermaßen cool aussehen, dass sie gern ewig so weitermachen können. Lindsay Lohan spielt auch mit, quasi eine Karikatur ihrer selbst und dabei sehr glaubwürdig. Robert De Niro ist als schmieriger Politiker auch nicht zu vergessen. Am Ende kriegt jeder sein Fett weg. Ich hatte selten solchen Spaß bei einem Film mit einem so hohen Body Count. In einem Blog hat mal jemand akribisch mitgezählt und nach Todesursache und Todesverursacher aufgedröselt --> Machete Body Count


Das ist dieser Horrorfilm über zwei Wissenschaftler, die mit Genexperimenten ein neues Wesen erschaffen. Statt es zu töten, als noch Zeit dazu ist, entscheiden sie, es zu verstecken und aufzuziehen. Ein fataler Fehler, denn das auf elfenhaft-außerirdische Weise attraktive Mädchen verfügt nicht nur über einen ganz außergewöhnlichen Charme, sondern auch über tückische Waffen und sie verfolgt ein Ziel: sich zu vermehren. Ich habe leider die letzten zwei Minuten nicht mehr gesehen, weil da die Schwester mit ihrer Thrombose-Spritze dazwischen kam. So weiß ich nicht, ob es nach dem Showdown auf der Ranch noch einen entscheidenden Twist gab bzw. einen Hinweis auf eine mögliche Fortsetzung. Ich fand den Film jedenfalls ziemlich spannend und kann ihn durchaus empfehlen.

Das war's erstmal. Wenn mir noch mehr Filme einfallen, dann kriegt ihr dazu auch noch eine kurze Bewertung.

Bis denn dann!

Dienstag, 13. September 2011

Nix Neues im Westen - Hollywood setzt weiter auf bekannte Stoffe

Aus Hollywood erreichen uns in letzter Zeit ja fast nur noch Nachrichten über Remakes, Sequels & Co. Ich habe hier einmal drei Beispiele herausgefischt - die Liste ist noch viel länger.


Von wegen "Es kann nur einen geben". Im Frühjahr 2012 sollen die Dreharbeiten beginnen. Auf dem Regiestuhl wird Juan Carlos Fresnadillo ("28 Weeks Later") Platz nehmen. Welche Darsteller in den Hauptrollen zu sehen sein werden, ist noch nicht bekannt. Das Original aus dem Jahr 1986 ist ein absoluter Lieblingsfilm von mir. Ich sehe diesem Remake mit großen Zweifeln entgegen, denn der "echte" Highlander hatte drei Highlights: Christopher Lambert, Sean Connery und die Filmmusik von Queen. Wie man das toppen möchte, frage ich mich natürlich.


Das Original aus dem Jahr 1988 war der Brüller: Michael Keaton als untoter Fiesling, der das frisch verstorbene Ehepaar Geena Davis und Alec Baldwin drangsaliert, die genug damit zu tun haben, dass in ihrem Haus, in dem sie noch spuken, extrem spleenige neue Bewohner eingezogen sind. "Schön beschissen gebastelt!"

Nun also soll auch dieser Klassiker der Horrorkomödie durch den Remake-Fleischwolf gedreht werden. OK, es soll eher ein Sequel werden - die Story soll den Ereignissen aus dem Originalfilm folgen und die Geschichte weiterspinnen. Regie und Darsteller stehen noch nicht fest, auch gibt es noch keinen Termin für den Start der Dreharbeiten. Angekündigt wurde lediglich, dass Autor Seth Grahame-Smith das Drehbuch schreiben wird. Das immerhin stimmt mich etwas optimistisch, denn Grahame-Smith ist ein Schriftsteller mit völlig abgedrehten Ideen. Aus seiner Feder stammen zum Beispiel die Romane "Stolz und Vorurteil und Zombies" oder "Abraham Lincoln: Vampire Hunter" (beide werden verfilmt).


Das Original ist gerade mal 20 Jahre alt. Da war es doch klar, dass es Zeit wird für ein Remake, nicht wahr? Im Original infiltrierte Keanu Reeves als Undercover FBI-Agent eine Surfergang um Anführer Patrick Swayze, die sich auf Bankraub spezialisiert hatte. Actiongeladen und mittlerweile ein ziemlicher Kultfilm. Die Macher des Remakes versprechen, die Spannung und Stimmung des Originals erneut zu erreichen und mit neuen Twists und Settings aufzupolieren. Wozu auch immer. Ich glaube hier fest an einen sicheren Flop.

Freitag, 29. April 2011

Thor - Ein Hammer-Film

Ich hatte es geahnt: Ich habe zu lange gezögert und abgewartet, bis mal wieder Zeit für einen Kinobesuch sein würde und kann nun leider meine zwei Favoriten Sucker Punch und Battle L.A. nicht mehr gucken. Als Alternative bot sich Thor an. Ich hatte meine Zweifel. Die Geschichte basiert auf einem Comic aus dem Hause Marvel, der hierzulande eher wenig bekannt ist und erzählt vom nordischen Donnergott Thor, dessen Waffe ein furchteinflößender... Hammer ist. Naja...

Aber: Ich ließ mich von der Tatsache überzeugen, dass Shakespeare-Fan Kenneth Branagh Regie geführt hat und dass Natalie Portman, gerade erst mit dem Oscar geadelt, die weibliche Hauptrolle spielt. Also Kinokarte gekauft, 3D-Brille aufgesetzt (neuerdings wohl Standard bei Filmen mit viel Special Effects und Action) und Thor geguckt.

Worum geht es überhaupt? Also da haben wir König Odin, das Oberhaupt der Asen, die weit draußen im Universum an einem fantastischen Ort leben, von wo aus sie die "Neun Welten" beschützen, zu denen auch unsere Erde, von den Asen "Midgard" genannt, zählt. Er hat zwei Söhne: Loki und Thor. Beide würden gern den Thron besteigen, wenn Odin abdankt und der charismatische Thor soll den Zuschlag erhalten. Doch mitten in seine Inthronisierung platzt ein Angriff der bösen Eisriesen, deren grimmiger König Laufey seit Ewigkeiten nach einem Weg sucht, sich für den Sieg der Asen über die Eisriesen zu rächen. Thor sucht zusammen mit seinen Kampfgefährten die Konfrontation auf der Welt der Eisriesen, und nur Odins rechtzeitiges Eingreifen verhindert schlimmere Verluste, doch kann auch er nicht den Beginn eines neuen Krieges verhindern. Er nimmt Thor sein unüberlegtes Handeln und seine Arroganz dermaßen übel, dass er ihn entmachtet, ihm seinen Hammer wegnimmt (in der Tat eine mächtige, eindrucksvolle Waffe) und ihn auf die Erde verbannt, wo er Buße tun soll, bevor ihm wieder erlaubt wird, nach Hause zurückzukehren. Diese Gelegenheit nutzt sein gerissener Bruder Loki aus und versucht, die Macht im Königreich an sich zu reißen. Auf der Erde ist Thor ziemlich hilflos, doch direkt bei seiner Ankunft läuft er der Wissenschaftlerin Jane (Natalie Portman) über den Weg - oder besser gesagt: in ihr Auto. Sie hilft ihm und weil Thor so verdammt gut aussieht und trotz seiner Eigenheiten extrem charmant ist, kommt es schließlich dazu, dass sie... na ihr könnt es euch denken.

Mehr will ich auch gar nicht ausplaudern. Was soll ich sagen? Ich hatte eine Menge Spaß. Um die Story zu verstehen, muss man weder die Comicvorlage kennen noch Ahnung von der Götterwelt der nordischen Völker haben. Und man sollte nicht so wahnsinnig viel Logik und Tiefsinn erwarten, dann passt es.

Kenneth Branagh hat es gut gemeistert, die shakespeareske Sprache der Asen und deren pompöse Lebensweise auf die eher nüchterne, schlicht-moderne Welt der Menschen prallen zu lassen. Das Design von Asgard ist außerordentlich beeindruckend, dagegen wirken die Szenen im irdischen New Mexico fast ein bisschen blass. Insgesamt bietet der Film alles, was es braucht, um eine Comicadaption mit Blockbusterpotential zu produzieren: Ein paar namhafte Nebendarsteller (Anthony Hopkins als Odin, Stellan Skarsgard als Janes Kollege), tolle Filmsets, ordentlich Krabumm und Powow, gut choreografierte Kämpfe, furchterregende Monster, hübsche Frauen, ein paar nette Oneliner und sogar eine fast ein bisschen ans Herz gehende Bruder-/Vater-Konfliktstory. All dem voran aber hat Thor vor allem eines: einen unglaublich sympathischen Hauptdarsteller mit einem wirklich sehr, sehr, sehr gut gebauten Körper - so sollen Götter aussehen! Er wirkt in seiner Rolle, als sei sie ihm auf den Leib geschrieben worden. Chris Hemsworth ist noch ein Newcomer in Hollywood, doch ich bin mir sicher, dass sich das ändern wird.

Schön ist, dass Thor damit nicht nur die Möglichkeiten einer oder zweier Fortsetzungen offenstehen könnten. Er wird mit diesem Film auch als Teammitglied der Avengers eingeführt, zu denen andere namhafte Comichelden aus dem Hause Marvel zählen, zum Beispiel Iron Man, Captain America und Hulk.

Von mir gibt es 4 von 5 Hämmern - lass' krachen, Thor!

(Bild: imdb.com)

Donnerstag, 28. April 2011

Fright Night kriegt ein Remake

Fright Night - Die rabenschwarze Nacht ist einer meiner liebsten Vampirfilme. Es ist eigentlich eine Komödie, aber dennoch enthält der Film genug Grusel- und Schockmomente sowie ausreichend Filmblut, um zu Recht dem Horrorgenre zugeordnet zu werden.

Erzählt wird die Geschichte von dem Teenager Charlie Brewster, der herausfindet, dass sein neuer Nachbar in Wahrheit ein frauenmordender Vampir ist. Leider kriegt der Vampir schon bald mit, dass Charlie sein Geheimnis kennt...

Dieser tolle Film aus dem Jahre 1985 kriegt nun ein Remake. Einen ersten Trailer kann man sich schon auf YouTube ansehen. Die Rolle des Charlie spielt jetzt ein junger Mann namens Anton Yelchin, ein 22jähriger gebürtiger Russe, dessen Filmografie noch nicht allzu lang, aber fein ist. Es stehen auch ein paar interessante neue Projekte auf seiner Liste, zum Beispiel wird er in einem weiteren Star Trek Sequel die Rolle des Pavel Chekov übernehmen. Der vampirische Nachbar Jerry Dandridge wird von Colin Farrell verkörpert. Der hat ja schon einige große Rollen gespielt, ein Vampir gehörte bisher noch nicht zu seinem Repertoire.

Ich weiß noch nicht, ob ich es gut oder schlecht finden soll, dass mein geliebtes Fright Night neuverfilmt worden ist. Grundsätzlich habe ich nichts gegen Remakes, wenn sie es schaffen, mich genauso zu verzaubern wie das Original und diesem noch eine gewisse neue Note hinzufügen. Ob diese Verfilmung es schaffen wird, den Zauber des Originals neu zu erfinden? Wir werden sehen. Der Filmstart in Deutschland ist für November 2011 vorgesehen.

Mittwoch, 6. April 2011

Blutleere Langeweile: Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen

Neulich abends lief Twighlight - Bis(s) zum Morgengrauen im Fernsehen. Es ist der erste Teil dieser weltberühmten Vampirsaga und ich schaute ihn mir an mit dem Ziel, den Hype um diese Story zu verstehen. Ist mir nicht gelungen.


Wahrscheinlich muss man voher wirklich die Bücher gelesen und gut gefunden haben, um mit der Verfilmung von Twilight etwas anfangen zu können. Mein Fehler. Und trotzdem: Eine Literaturverfilmung verdichtet ja im Grunde genommen die ausführlich beschriebene Geschichte in Druckform auf eine gute 120 Minuten dauernde Leinwandfassung, insofern sollten alle Längen und unnötigen Hintergrunddetails entfallen. Wenn aber schon das filmische Extrakt für meinen Geschmack so öde daherkommt, wie langatmig muss dann erst das Buch sein? Oft kriege ich nach dem Anschauen einer Literaturverfilmung Lust, das Buch zu lesen. Das war hier definitiv nicht der Fall.


Hier ein paar Gründe, die es mir unmöglich machen, Twighlight zu mögen:


Langeweile. Mal abgesehen davon, dass ich schon nach der dritten Nahaufnahme von Edwards Schmachtblick genervt war, kam wirklich ewig lange so gar keine Stimmung oder Spannung auf. Ein Hin- und Hergeeier vom anfänglichen gegenseitigen Nicht-Mögen über ständiges Hin-und-wieder-Weggucken-wenn-der-andere-guckt bis zum plötzlichen Ewige-Liebe-Geständnis. Wenn dann endlich diese drei anderen Vampire auf das "Baseballfeld" kommen und man denkt, juhu, endlich passiert mal was, wird da auch wieder schnell die Luft rausgenommen. Es gibt eigentlich nur die Kampfszene in der Tanzschule am Ende des Films, davor kommt nullkommanix.


Glaubwürdigkeit. Die kluge Bella erkannte superschnell, dass es sich bei dem jungen Mann mit der Haartolle, der immer, wenn die Sonne schien, nicht zur Schule ging, um nix Anderes als einen Vampir handeln konnte. Ist ja auch allgemein anerkannte Wahrheit, dass es Vampire gibt, also fallen die nicht durchs Ausschlussverfahren bei der Suche nach Antworten. Ebenso unglaubwürdig empfand ich das Verhalten von Edward's "Familie". Sie waren alle so nett, verständnisvoll und so Everybody's Darling, das "beißt" sich einfach mit meiner persönlichen Vorstellung von "richtigen" Vampiren.


Albern. Als Edward Bella zeigen wollte, was mit ihm bei Sonnenlicht passiert, hoffte ich auf wenigstens einen kleinen Gruseleffekt, wurde aber enttäuscht: Keine Runzelfalten, keine Rauchentwicklung, keine Verwandlung - der arme Edward funkelt und glitzert einfach nur golden. Ja, das war wirklich furchterregend...


Blutmangel. Da war keins. Kein Blut. Es wurde jedenfalls nicht gezeigt. Außer der kleinen Bisswunde an Bellas Handgelenk (oder wo der böse Vampir sie erwischt hatte) am Schluss war da nichts. Edward und sein Clan trinken nur Tierblut und gelten deshalb als "Vegetarier" unter ihresgleichen, ständig beherrschen sie sich und verdrängen ihre wahre Natur. Wenn die drei fremden Vampire mal einen Menschen angreifen, wird weggeblendet und hinterher heißt es nur "wurde übel zugerichtet, muss ein wildes Tier gewesen sein". Schade, wahrscheinlich ging es nicht anders, um die niedrige Altersfreigabe des Films nicht zu gefährden. Es ging aber zu Lasten der Story. Ein Vampirfilm ohne Blut? Also echt mal!


Ich kann die durchschnittliche Bewertung der Zuschauer auf imdb.com nachvollziehen, mehr hätte der Film auch von mir nicht bekommen.


(Bild: imdb.com)


Sonntag, 20. März 2011

Nicht mehr lange: Sucker Punch

Oh Mann, was ich mich auf diesen Film freue! Allein der Trailer ist ein absoluter Hochgenuss und ich glaube, der Film wird im wahrsten Sinne des Wortes "mind-blowing" sein. Ich kann mir nichts anderes als ein großartiges Filmkunstwerk vorstellen und hoffe, dass ich, sobald er in die deutschen Kinos kommt, so schnell wie möglich reingehen kann - und Recht behalte.
Erzählt wird die phantastische Geschichte eines jungen Mädchens namens Babydoll, das gegen seinen Willen in eine psychiatrische Anstalt verschleppt und dort gefangengehalten wird. In ihrer Fantasie jedoch ist sie frei und zu allem fähig. In ihrer eigenen Welt kämpft sie gegen Drachen, Samurai und Soldaten. Realität und Vorstellung beginnen zu verschwimmen und der Schlüssel zur Freiheit liegt dort in jener bizarren Welt. Zusammen mit ihren Mitinsassinnen versucht sie, bestimmte Objekte zu erhalten, die ihnen am Ende die Flucht ermöglichen sollen. Dabei muss jede für sich bestimmen, was sie zu opfern bereit ist, um am Leben zu bleiben...
Regisseur Zack Snyder hat auch schon visuell spektakuläre Werke wie "300" oder "Watchmen" auf die Leinwand gebracht. Sein "Sucker Punch" beschreibt er als "Alice im Wunderland - mit Maschinengewehren". Ich glaube, das sagt alles...
Filmstart Deutschland: 31.03.2011
Bild: cinema.de

Montag, 14. März 2011

Tipp: "Die Stadt der Blinden"

Bei Stadt der Blinden handelt es sich um eine Verfilmung eines Romans von José Saramango. Das Buch kenne ich leider nicht, hole das aber bestimmt noch nach, denn den Film fand ich krass-genial.
Die Story: Plötzlich wird ein Mann am Steuer seines Wagens mitten in der Rush Hour blind. Er bleibt nicht der Einzige. Die Blindheit ist eine hoch ansteckende Krankheit und binnen kurzer Zeit sind viele Menschen plötzlich blind. Um die Bevölkerung vor der Epidemie zu schützen, werden die Betroffenen in eine Art ausrangiertes Krankenhaus eingesperrt und sich selbst überlassen. Schnell kristallisieren sich Gruppen heraus und der Kampf um die Vorherrschaft entbrennt, während die Seuche draußen weiter um sich greift. Mitten drin ist die Frau eines Augenarztes, phantastisch dargestellt von Julianne Moore, die als Einzige - warum auch immer - immun ist. Sie ist auch in dem Lager interniert, es weiß jedoch niemand, dass sie sehen kann...

Der Film packte mich und hat mich teilweise richtiggehend schockiert und zum Nachdenken angeregt. Sehr realistisch verfilmt, wenige Actionszenen, die dann aber extrem beklemmend rüberkommen, inklusive einer äußerst verstörenden Massenvergewaltigungsszene.

Absolut empfehlenswert, wenn auch schwer verdaulich.

Die Stadt der Blinden; O: Blindness; Regie: Fernando Mereilles; Darsteller: Julianne Moore, Mark Ruffalo


Foto: cinema.de

"Battle: Los Angeles" mit Traumstart in amerikanischen Kinos

Der Film über eine weltweite Alien-Invasion mit Fokus auf ein Platoon in Los Angeles startete an diesem Wochenende in den US-amerikanischen Kinos und landete direkt auf Platz 1. Laut Statistik wollten den Film vor allem Männer (68%) sehen und 55% aller Kinobesucher waren über 25 Jahre alt. Auf imdb.com hat der Film bei über 3.000 Votes eine Gesamtwertung von 6,8 (Höchstnote ist 10,0) erhalten. Alles in allem ziemlich gut, würde ich sagen.

Und ich werde dann im April die Frauenquote für die Besucherzahlen bei "Battle: Los Angeles" mal um ein Pünktchen nach oben drücken. Ich will den nämlich unbedingt gucken!

Hier geht's zum Trailer.



(Foto: imdb.com)

Sonntag, 27. Februar 2011

Der seltsame Fall des Benjamin Button

Der seltsame Fall des Benjamin Button ist ein Brad-Pitt-Film, obwohl Pitt vielleicht so richtig in knapp der Hälfte des Films zu sehen ist. Am Anfang ist er ein mit Hilfe von CGI etc. stark gealtertes Männlein und am Ende wird sein Charakter von Kindern, Kleinkindern und schließlich einem Baby dargestellt. Das liegt in der Natur der Sache, denn die Filmfigur Benjamin Button ist deshalb so ein seltsamer Fall, weil er alt geboren wird und jung stirbt. Der Film basiert auf einer Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald, die lange Zeit als unverfilmbar galt, was sich mit der Einführung der modernen CGI- und Make-up Effekte aber als nicht mehr zutreffend erwies.
Der Film wurde gerade auf Pro 7 gezeigt und ich kannte ihn bis dato noch nicht, also war das meine erste Wahl für den Sonntagabend.
Ich mag Filme, die ein ganzes Leben umspannen. Die Geschichte, die hier erzählt wird, fühlt sich sehr echt und authentisch an. Ich kann verstehen, dass er für so viele Oscars nominiert war, von denen er auch drei gewann, leider nicht in den Königskategorien. David Fincher, der schon mit Pitt die Kultfilme "Fight Club" und "Sieben" gedreht hatte, hat auch hier wieder ein wundervolles Meisterwerk abgeliefert, das berührt und verzaubert. Von den Darstellern war ich durch die Bank weg überzeugt und Cate Blanchett gefällt mir hier sehr viel besser mit ihren roten Haaren als damals mit weißblonder Mähne in "Herr der Ringe" :-)
Meine persönliche Wertung: 5 von 5 Sternen.
(Foto: imdb.com)