Seiten

Posts mit dem Label Twilight werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Twilight werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 19. November 2012

Nachgeholt: Snow White & The Huntsman

Ich habe mir vor kurzem die Schneewittchen-Neuinterpretation auf DVD geholt und sie vor ein paar Tagen endlich angeschaut. Naja, was soll ich sagen? So ganz überzeugt bin ich nicht.

Ich fange vielleicht mal mit den Dingen an, die ich an diesem Film gut fand:

Ein Huntsman und sieben Zwerge
Bild: http://www.snowwhiteandthehuntsman.com/
Großartig ist Chris Hemsworth als der Huntsman. Ein Klasse Kerl, der auch völlig verdreckt noch sexy ist, der mit seiner Riesenaxt bestens umzugehen weiß und das Herz am rechten Fleck trägt. Außerdem wurde um seinen Charakter eine schöne Vorgeschichte gestrickt, die erklärt, warum er ist, wie er ist. Ich muss gestehen, ich habe den Film eigentlich nur seinetwegen angeschaut.
Charlize Theron als böse Königin Ravenna war wunderbar. Sie ist eine außergewöhnlich schöne Frau, der man gleichzeitig den bösen verdorbenen Charakter voll abnimmt. Sie trägt die tollsten Outfits und spielt die böse Königin mit perfekter Durchtriebenheit und mit Stolz. Auch hier fand ich schön, dass es eine Vorgeschichte gibt, die andeutet, was mit Ravenna in ihrer Kindheit passiert ist, dass am Ende diese böse Zauberin aus ihr wurde.
Interessant fand ich auch den Charakter des Bruders der bösen Königin. Der war so eine gebrochene Seele und zeitweise empfand ich Mitleid mit ihm, obwohl er doch eigentlich einer von den Bösen war. Und so richtig wurde mir nicht klar, welche Rolle er nun eigentlich spielte. Er war leider nur der Handlanger von Ravenna, jedoch kaum mehr.
Die Special Effects waren insgesamt recht gut, nur bei der Szene mit dem Troll, oder was das fürn Wesen an der Brücke war, merkte ich sofort, dass der Huntsman mit Luft kämpft und das Trollviech im Nachhinein in die Szene eingebaut wurde.

Ravenna auf dem Thron
Bild: http://www.snowwhiteandthehuntsman.com/
So. Nun zu den Dingen, die weniger gut gelungen sind:

Schwachstelle Nummer 1 ist für mich die Hauptdarstellerin. Kristen Stewart spielt Snow White mit demselben weltentrückten Gesichtsausdruck und diesen flehenden Augen wie in Twilight. Der Spiegel prophezeit der wirklich megatoll aussehenden Königin, dass ausgerechnet diese blasse, dünne Person mit den Segelohren und Stockbeinchen das wunderschönste Mädchen auf der Welt sein soll. Also da wäre ich auch beleidigt gewesen an Ravennas Stelle! Das war jedenfalls schon einmal sehr unglaubwürdig. Dann fand ich die Stewart auch schauspielerisch nicht so umwerfend. Sie spielte die Rolle ganz okay, aber nicht wirklich gut oder gar überragend. Besonders am Ende, wenn sie in dieser Rüstung steckt und einen auf Amazone macht, sieht sie aus, als würde sie sich gar nicht wohl fühlen in ihrer Rolle.
Schwachstelle Nummer 2: William, dargestellt von Sam Claflin. Er ist Snow Whites bester Freund aus Kindertagen, der immer noch in sie verknallt ist und einiges auf sich nimmt, um sie zu retten. Dabei hat sie seine Hilfe eigentlich gar nicht nötig, denn sie hat ja schon Chris Hemsworth, der sie beschützt. :-) Warum wurde der im Film eingebaut? Er war ja nicht mal derjenige, der sie aus diesem Apfelkoma wachküsst - das hat auch noch der Huntsman erledigt.

Überhaupt diese aufkeimende Dreiecksgeschichte zwischen Snow White, William und dem Huntsman - meine Schwachstelle Nummer 3. Diese Menage à trois wird ja eigentlich nur angedeutet, und es gibt auch keine Auflösung am Ende des Films, so als hofften die Macher, dass da noch eine Fortsetzung gedreht werden könnte (es wird tatsächlich ein Sequel gedreht - gruselig, nicht wahr?). Das hat mich so an Twilight erinnert. Ständig hängen die Charaktere, die Kristen Stewart spielt, zwischen zwei Typen. Doof. Aber ansonsten kam die Romantik und die Liebe in diesem Film, der doch eigentlich auf einem recht romantischen Märchen basiert, viel zu kurz, finde ich.
Schwachstelle Nummer 4 verteilt sich über den gesamten Film: Die Längen. Davon gibt es einige im Film. Den hätte man an vielen Stellen noch kürzen und straffen können, um die Spannung zu erhöhen, denn die sackte nach gut gemachten Actionszenen schnell wieder in den Keller. So einen richtigen Höhepunkt gab es im Prinzip auch gar nicht.

Snow White zähmt den Troll
Bild: http://www.snowwhiteandthehuntsman.com/
Schwachstelle Nummer 5: Ein Haufen Fabelwesen. Da kamen Feen vor, Trolle, ein Hirsch mit Megageweih und weiß-der-Geier was noch alles. Aber so eine richtige Funktion im Sinne, dass sie die Handlung vorantrieben, hatten sie alle nicht. Hätte man weglassen können. Stattdessen spielen die für das Originalmärchen so wichtigen sieben Zwerge nur eine Nebenrolle, die für kaum mehr als unlustige Scherze und ein bisschen Pseudo-Märchenwaldphilosophie herhalten dürfen.

Letzte Schwachstelle (Nummer 6) ist für mich die Sache mit dem Apfel. Da schickt die böse Königin erstmal scharenweise Soldaten und ihren eigenen Bruder ins Verderben, um Snow White zurückzuholen und geht dann plötzlich höchstpersönlich los? Und dann klappt das auch noch fast? Warum nicht gleich so? Das war mir nicht plausibel.

Ich höre an dieser Stelle mal auf, ich könnte sonst noch weiter meckern, aber ich habe keine Zeit :-)

Fazit:
Ein netter Fantasyfilm, der aber seine Längen hat, zu vollgestopft wurde mit überflüssigen Gimmicks und schon deshalb nicht auf ganzer Strecke überzeugt. Eine Fortsetzung brauche ich persönlich davon nicht.
Zweieinhalb von fünf Äpfeln (und zwei davon nur für Chris Hemsworth)!

Snow White ate the apple
Foto: http://www.snowwhiteandthehuntsman.com/


Mittwoch, 6. April 2011

Blutleere Langeweile: Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen

Neulich abends lief Twighlight - Bis(s) zum Morgengrauen im Fernsehen. Es ist der erste Teil dieser weltberühmten Vampirsaga und ich schaute ihn mir an mit dem Ziel, den Hype um diese Story zu verstehen. Ist mir nicht gelungen.


Wahrscheinlich muss man voher wirklich die Bücher gelesen und gut gefunden haben, um mit der Verfilmung von Twilight etwas anfangen zu können. Mein Fehler. Und trotzdem: Eine Literaturverfilmung verdichtet ja im Grunde genommen die ausführlich beschriebene Geschichte in Druckform auf eine gute 120 Minuten dauernde Leinwandfassung, insofern sollten alle Längen und unnötigen Hintergrunddetails entfallen. Wenn aber schon das filmische Extrakt für meinen Geschmack so öde daherkommt, wie langatmig muss dann erst das Buch sein? Oft kriege ich nach dem Anschauen einer Literaturverfilmung Lust, das Buch zu lesen. Das war hier definitiv nicht der Fall.


Hier ein paar Gründe, die es mir unmöglich machen, Twighlight zu mögen:


Langeweile. Mal abgesehen davon, dass ich schon nach der dritten Nahaufnahme von Edwards Schmachtblick genervt war, kam wirklich ewig lange so gar keine Stimmung oder Spannung auf. Ein Hin- und Hergeeier vom anfänglichen gegenseitigen Nicht-Mögen über ständiges Hin-und-wieder-Weggucken-wenn-der-andere-guckt bis zum plötzlichen Ewige-Liebe-Geständnis. Wenn dann endlich diese drei anderen Vampire auf das "Baseballfeld" kommen und man denkt, juhu, endlich passiert mal was, wird da auch wieder schnell die Luft rausgenommen. Es gibt eigentlich nur die Kampfszene in der Tanzschule am Ende des Films, davor kommt nullkommanix.


Glaubwürdigkeit. Die kluge Bella erkannte superschnell, dass es sich bei dem jungen Mann mit der Haartolle, der immer, wenn die Sonne schien, nicht zur Schule ging, um nix Anderes als einen Vampir handeln konnte. Ist ja auch allgemein anerkannte Wahrheit, dass es Vampire gibt, also fallen die nicht durchs Ausschlussverfahren bei der Suche nach Antworten. Ebenso unglaubwürdig empfand ich das Verhalten von Edward's "Familie". Sie waren alle so nett, verständnisvoll und so Everybody's Darling, das "beißt" sich einfach mit meiner persönlichen Vorstellung von "richtigen" Vampiren.


Albern. Als Edward Bella zeigen wollte, was mit ihm bei Sonnenlicht passiert, hoffte ich auf wenigstens einen kleinen Gruseleffekt, wurde aber enttäuscht: Keine Runzelfalten, keine Rauchentwicklung, keine Verwandlung - der arme Edward funkelt und glitzert einfach nur golden. Ja, das war wirklich furchterregend...


Blutmangel. Da war keins. Kein Blut. Es wurde jedenfalls nicht gezeigt. Außer der kleinen Bisswunde an Bellas Handgelenk (oder wo der böse Vampir sie erwischt hatte) am Schluss war da nichts. Edward und sein Clan trinken nur Tierblut und gelten deshalb als "Vegetarier" unter ihresgleichen, ständig beherrschen sie sich und verdrängen ihre wahre Natur. Wenn die drei fremden Vampire mal einen Menschen angreifen, wird weggeblendet und hinterher heißt es nur "wurde übel zugerichtet, muss ein wildes Tier gewesen sein". Schade, wahrscheinlich ging es nicht anders, um die niedrige Altersfreigabe des Films nicht zu gefährden. Es ging aber zu Lasten der Story. Ein Vampirfilm ohne Blut? Also echt mal!


Ich kann die durchschnittliche Bewertung der Zuschauer auf imdb.com nachvollziehen, mehr hätte der Film auch von mir nicht bekommen.


(Bild: imdb.com)