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Mittwoch, 2. Mai 2012

Nachgeholt: Inglourious Basterds

Es gibt eine Menge Filme, die ich noch nicht kenne, weil ich sie im Kino verpasst habe und zu bequem war, sie mir auf anderem Wege zu beschaffen. Dann laufen sie endlich im Fernsehen, und ich hole sie nach. Da bleibe ich auch gern länger wach und verzichte auf Schlaf. So geschehen gestern Nacht am 01. Mai. Das extra lange Wachbleiben hat sich voll gelohnt, denn auf RTL lief Inglourious Basterds. Was für ein geiler Film!

Für mich ist dies einer der besten Filme, die Quentin Tarantino bisher gemacht hat. Das Darsteller-Ensemble war große Klasse, von Brad Pitt über Daniel Brühl, Diane Kruger, Til Schweiger, Eli Roth bis zum genialen Christoph Waltz, der den Oscar völlig verdient gewonnen hat.

Die Story selbst war irrwitzig, um es mit einem Wort zu beschreiben.

Kurze Inhaltsangabe (mit leichten Spoilern):
Während des zweiten Weltkriegs will sich die SS-Elite inklusive Führer in einem kleinen Pariser Kino bei der Weltpremiere ihres neuesten Propaganda-Streifens "Stolz der Nation" feiern. Davon kriegt auch die Guerilla-Truppe der Basterds Wind, die den Auftrag erhalten, während der Vorführung den Laden in die Luft zu jagen und den Krieg damit auf einen Schlag zu beenden. Die Basterds sind eine Gruppe von gnadenlosen jüdisch-amerikanischen Nazijägern, die ihre Opfer skalpieren. Sie werden angeführt von dem Halbindianer (!) Aldo Rain, gespielt von Brad Pitt, der mit seinem Schnauzer schön fies aussieht (ich finde ja, Pitt ist immer dann am besten, wenn seine Filmfiguren Scheiße aussehen, hihi).
Die Kinobesitzerin Shozanna hat ihre eigene Rechnung mit den Nazis zu begleichen, war Hans "Judenjäger" Landa (Waltz) doch für das Massaker an ihrer Familie verantwortlich, das sie als Einzige überlebte. Sie will ihr Kino mitsamt allen Gästen anzünden. Beide Pläne laufen parallel und keine der Parteien weiß voneinander.
Auf dem Weg zum großen Finale läuft einiges schief, doch am Ende fügt sich alles perfekt ineinander. Ich verrate jetzt einfach mal, dass der Plan irgendwie doch aufgeht und dass Hans Landa eine bitterböse Abreibung erhält.

Ich persönlich saß am Ende mit aufgerissenem Mund vor meinem Fernseher und staunte und freute mich zugleich über dieses abgefahrene Finale im brennenden Kinosaal! Die ganze Machart fand ich wieder genial. Musik, die an die großen alten Western erinnert, kurze Rückblenden, um das Gesagte aus dem Off zu verstärken (fand ich besonders Klasse bei der Einführung von Til Schweigers Charakter), kurz angehaltene Bilder, um die Namen der Protagonisten effekthascherisch einzublenden und in vielen Szenen eine gewisse Portion übertriebener Gesten und Gesichtsausdrücke, die aber nie fehl am Platze wirken. Eben ein richtiger Tarantino-Streifen.

Welche Szene mich aber am meisten umgehauen hat, war die Eröffnungssequenz, in der Christoph Waltz einen französischen Milchbauern besucht und ihn auf diabolisch-gerissene Art über den Verbleib einer jüdischen Nachbarfamilie verhört.

Ganz großes Kino. Gibt von mir 5 von 5 frischen Skalps.

(Bild: imdb.com)

Sonntag, 27. Februar 2011

Der seltsame Fall des Benjamin Button

Der seltsame Fall des Benjamin Button ist ein Brad-Pitt-Film, obwohl Pitt vielleicht so richtig in knapp der Hälfte des Films zu sehen ist. Am Anfang ist er ein mit Hilfe von CGI etc. stark gealtertes Männlein und am Ende wird sein Charakter von Kindern, Kleinkindern und schließlich einem Baby dargestellt. Das liegt in der Natur der Sache, denn die Filmfigur Benjamin Button ist deshalb so ein seltsamer Fall, weil er alt geboren wird und jung stirbt. Der Film basiert auf einer Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald, die lange Zeit als unverfilmbar galt, was sich mit der Einführung der modernen CGI- und Make-up Effekte aber als nicht mehr zutreffend erwies.
Der Film wurde gerade auf Pro 7 gezeigt und ich kannte ihn bis dato noch nicht, also war das meine erste Wahl für den Sonntagabend.
Ich mag Filme, die ein ganzes Leben umspannen. Die Geschichte, die hier erzählt wird, fühlt sich sehr echt und authentisch an. Ich kann verstehen, dass er für so viele Oscars nominiert war, von denen er auch drei gewann, leider nicht in den Königskategorien. David Fincher, der schon mit Pitt die Kultfilme "Fight Club" und "Sieben" gedreht hatte, hat auch hier wieder ein wundervolles Meisterwerk abgeliefert, das berührt und verzaubert. Von den Darstellern war ich durch die Bank weg überzeugt und Cate Blanchett gefällt mir hier sehr viel besser mit ihren roten Haaren als damals mit weißblonder Mähne in "Herr der Ringe" :-)
Meine persönliche Wertung: 5 von 5 Sternen.
(Foto: imdb.com)